Evangelischer Kirchenkreis Magdeburg

Taufe

7+10 Fragen und Antworten rund um Glauben, Segen und Wasser

Allgemeine Fragen zur Taufe

1. Was ist die Taufe?

In der Taufe wendet sich Gott in besonderer Weise dem Menschen zu und beschenkt ihn mit seinem Geist. Das Erfahren dieser Zuwendung beantwortet der Mensch mit dem Ja zu Gott.

Jesus, als er von den Toten zurückgekehrt war, hat seinen Jüngern und damit allen Christinnen und Christen die Aufgabe übertragen, alle Menschen zu taufen. Durch die Taufe wird der Mensch in die Gemeinschaft der Kirche aufgenommen.

2. Was sind die Elemente der Taufe?

Zunächst wird aus der Bibel die Anweisung von Jesus zur Taufe vorgelesen (Matthäusev. 28,18f.). Der Täufling wird gefragt, ob er sich taufen lassen will. Nach seinem "Ja" zu dieser Frage spricht er zusammen mit der Gemeinde das Apostolische Glaubensbekenntnis.

Bei einer Kindertaufe wird die Frage nach der Taufe und der christlichen Erziehung den Eltern und Paten gestellt.

Die Taufe geschieht, indem eine Pfarrerin oder ein Pfarrer den Kopf des Täuflings dreimal mit Wasser begießt und dazu spricht:

"Ich taufe dich im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes."

Der Getaufte bekommt einen Taufspruch aus der Bibel zugesprochen. Er wird in besonderer Weise gesegnet. Als sichtbares Zeichen der Taufe kann eine Taufkerze entzündet werden.

Der Täufling erhält eine Taufurkunde, bei Kindertaufen werden den Paten und Patinnen Patenscheine überreicht. Die Gemeinde wird daran erinnert, ihr neues Mitglied mit Gebet und Hilfe zu begleiten.

3. Wo findet man einen Taufspruch?

Taufsprüche müssen aus der Bibel stammen. Einen passenden Vers zu finden, ist für Täuflinge oder Eltern und Paten nicht immer eine leichte Aufgabe. Die Pfarrerin oder der Pfarrer kann dabei behilflich sein.

Unter www.taufspruch.de ist eine große Sammlung von Taufsprüchen zusammengestellt.

4. Kostet die Taufe Geld?

Nein, es werden für eine Taufe keine Gebühren fällig. Wie in jedem Gottesdienst wird allerdings auch bei einer Taufe eine Kollekte für einen bestimmten kirchlichen Zweck gesammelt.

5. Muss die Taufe im Gemeindegottesdienst stattfinden?

Die Taufe sollte (muss aber nicht) in einem Gemeindegottesdienst stattfinden, weil ein Mensch immer in eine Gemeinde hinein getauft wird.

6. Wann sollte eine Taufe angemeldet werden?

Bei Kindertaufen ist eine Frist von zwei Monaten sinnvoll. Bei Erwachsenentaufen empfiehlt sich eine Frist von 6 Monaten, weil die Taufe in der Regel mit einem Taufunterricht vorbereitet werden muss.

Angemeldet werden muss die Taufe beim zuständigen Pfarramt. Die Telefonnummer steht im Telefonbuch unter "Kirchen, evangelische".

Fragen zur Kindertaufe

7. Warum sollen Kinder getauft werden?

Gottes Zuwendung gilt allen Menschen ohne Vorbedingung. Diese Tatsache wird durch die Taufe von Säuglingen und Kindern deutlich. Eltern erleben das Entstehen neuen Lebens häufig als Wunder und wollen ihr Kind unter Gottes besonderen Schutz stellen.

Durch die Taufe eines Kindes übernehmen Eltern, Paten und die ganze Gemeinde die Verantwortung dafür, dass der heranwachsende Mensch Zugänge zu einem Leben als Christ oder Christin findet.

8. Welche Vorbereitungen sind für die Taufe eines Kindes nötig?

In der Vorbereitung der Taufe findet zwischen dem Pfarrer/der Pfarrerin und den Eltern (mit den Paten) ein Gespräch statt. Als Unterlagen ist das Familienstammbuch mit der Geburtsurkunde (für religiöse Zwecke) mitzubringen.

9. Müssen Eltern verheiratet sein, wenn sie ihr Kind taufen lassen wollen?

Die Eltern des zu taufenden Kindes müssen nicht verheiratet sein. Allerdings muss in der Frage ihrer Absicht, ihr Kind taufen zu lassen, Einigkeit bestehen. Es ist möglich, die Trauung der Eltern mit der Taufe zu verbinden.

10. In welchem Alter sollte ein Kind getauft werden?

Die Taufe ist in jedem Lebensalter möglich.

11. Können Eltern ihr Kind taufen lassen, wenn sie nicht Kirchenmitglieder sind?

Ja, das ist möglich, wenn sich Patinnen und Paten finden, die bereit und in der Lage sind, die Verantwortung für die evangelische Erziehung des Kindes zu übernehmen.

12. Kann ein Kind gegen den Willen eines anderen Elternteils getauft werden?

Nein. Lehnt ein Erziehungsberechtigter die Taufe ab, so kann die Taufe nicht stattfinden. Nach der Vollendung des 14. Lebensjahres (Religionsmündigkeit) kann ein Jugendlicher selbst entscheiden, sich taufen zu lassen.

13. Können Nichtgetaufte am Religionsunterricht in der Schule und am kirchlichen Unterricht in der Gemeinde teilnehmen?

Ja. Der schulische Religionsunterricht als ordentliches Lehrfach steht allen Schülern und Schülerinnen offen. Das gilt auch für den Unterricht in der Gemeinde (Christenlehre, Konfirmandenunterricht).

14. Wer kann Pate/Patin werden?

Patinnen und Paten müssen einer christlichen Kirche angehören und zum Abendmahl zugelassen sein. Mindestens eine Patin und ein Pate soll der evangelischen Kirche angehören. Freunde oder Familienmitglieder, die diese Voraussetzung nicht erfüllen, können nicht Patin oder Pate werden. Sie können als Taufzeugen in das Geschehen eingebunden sein.

Fragen zur Erwachsenentaufe

15. Welche Voraussetzungen gibt es für eine Taufe von Erwachsenen?

Entscheidend für die Taufe ist der Wille des Menschen, sich taufen zu lassen. Dabei kommt es nicht darauf an, dass der Mensch bereits in einem bewährten Glauben lebt, sondern dass er Gottes Zuwendung erfahren hat und diese Zuwendung mit seinem Ja zu Gott erwidern möchte.

Diese Grundvoraussetzung wird ergänzt durch den Taufunterricht (kostenlos), der Informationen über das Leben als Christ gibt.

16. Kann ein Jugendlicher konfirmiert werden, ohne getauft sein?

In der Konfirmation bekennt der Jugendliche selbst, was seine Eltern und Paten bei seiner Taufe stellvertretend bekannt haben. Das bedeutet, dass die Taufe die Vorausetzung der Konfirmation ist. Bei der Taufe eines Erwachsenen fallen Taufe und Konfirmation ineinander.

17. Ist nach einem Kirchenaustritt eine erneute Taufe erforderlich?

Nein, ein Austritt aus der Kirche macht die Taufe nicht rückgängig. Er schränkt allerdings die kirchlichen Mitgliedschaftsrechte ein. Die Taufe wird bei einem Wiedereintritt in die Kirche nicht wiederholt.

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