Evangelischer Kirchenkreis Magdeburg

Konfirmation

7+10 Fragen und Antworten rund um Bekennen, Segen und im Glauben erwachsen werden

1. Was bedeutet Konfirmation?

Das Wort ?Konfirmation? leitet sich aus dem Lateinischen ab und bedeutet ?Stärkung?. Wenn ein Mensch als Säugling getauft wurde, bekennt er bei der Konfirmation selbst, was seine Eltern und Paten bei seiner Taufe stellvertretend bekannt haben. Das heißt, dass die Taufe die Voraussetzung für die Konfirmation ist. Wenn ein Erwachsener getauft wird, fallen Taufe und Konfirmation ineinander.

2. Was geschieht bei der Konfirmation?

Die Konfirmation ist ein festlicher Gottesdienst, mit dem der zwei- oder dreijährige Konfirmandenunterricht seinen Abschluss findet. Am Beginn des Gottesdienstes steht der Einzug der Jugendlichen in die Kirche. Höhepunkt des
Gottesdienstes ist das persönliche Zusprechen des Segens (?Einsegnung?) für jede Konfirmandin/jeden Konfirmanden. Dazu wird eine Urkunde und ein kleines Geschenk der Gemeinde überreicht. In den meisten Gemeinden schließt sich daran die erste Abendmahlsfeier der Jugendlichen an.

In einigen Gemeinden können Kinder, die getauft sind, bereits vor der Konfirmation am Abendmahl teilnehmen. Nach dem Gottesdienst wird in der Regel die Konfirmation im Rahmen der Familie gefeiert.

3. Wie bereitet man sich auf die Konfirmation vor?

Durch den Konfirmandenunterricht, der je nach Gemeinde zwei bis drei Jahre dauert. Im Konfirmandenunterricht lernen die Jugendlichen die wesentlichen Grundlagen christlichen Glaubens kennen. Es geht um den Sinn des Lebens und das Erwachsenwerden.

Die Jugendlichen debattieren miteinander und entdecken zusammen, was für ihr Leben wichtig ist. In dieser Zeit wird auch Wert darauf gelegt, dass die Jugendlichen die Gemeinde kennen lernen und die Gottesdienste besuchen. In vielen Gemeinden wird der Konfirmandenunterricht durch gemeinsame Freizeiten begleitet.

4. Kostet die Konfirmation Geld?

Was den Unterricht und die kirchliche Feier betrifft: Nein. Während des Gottesdienstes wird wie immer eine Kollekte gesammelt.

Vielerorts ist es üblich, dass die Jugendlichen einen Teil ihres Geldgeschenkes als Konfirmandengabe für ein Projekt spenden.

5. Wann finden Konfirmationen statt?

Die Konfirmationsgottesdienste finden in den meisten Gemeinden zwischen Ostern und dem Pfingstfest statt.

6. Wie meldet man sich zur Konfirmation an?

Die Jugendlichen werden in der Regel in der Kirchengemeinde, in der sie wohnen, vor Beginn des 7. Schuljahres angemeldet. Auskunft gibt gern der zuständige Pfarrer/die zuständige Pfarrerin.

7. Kann man sich auch ohne Taufe konfirmieren lassen?

Nein, die Konfirmation setzt die Taufe voraus. Allerdings ist bei der Taufe eines Erwachsenen keine Konfirmation mehr nötig, da der Täufling das Bekenntnis bei der Taufe selbst gegeben hat (nicht seine Eltern und/oder Paten) und er oder sie religionsmündig ist.

Die Religionsmündigkeit wird in Deutschland uneingeschränkt mit dem 14. Lebensjahr erreicht.

8. Was bringt mir die Konfirmation?

Vordergründig bringt die Konfirmation vielleicht ein schönes Fest, Geschenke, oder das Geld für den Führerschein.

Tiefgründiger bringt die Konfirmation und ihre Vorbereitung die Chance, über Fragen des Lebens nachzudenken und in einer Gruppe Orientierung zu suchen und vielleicht auch zu finden.

Schließlich bringt die Konfirmation auch kirchenrechtlich etwas: Konfirmierte können Pate oder Patin werden, eine Nottaufe vornehmen und an den kirchlichen Wahlen teilnehmen (in der EKM aktiv ab dem 14. Lebensjahr, passiv ab dem 18. Lebensjahr).

In vielen Gemeinden wird mit der Konfirmation auch das Recht erworben, am Abendmahl teilzunehmen.

9. Müssen Erwachsene, die sich taufen lassen wollen, dann auch noch eine Konfirmation machen?

Nein. Da der Erwachsene bei der Taufe selbst seinen Wunsch nach der Taufe äußert und sein Bekenntnis zu Gott als Vater, Sohn und Heiligem Geist abgibt, ist eine Erwachsenenkonfirmation nicht mehr nötig.

10. Können Kinder, die an der Jugendweihe teilgenommen haben, sich auch konfirmieren lassen?

Die Teilnahme an der Jugendweihe schließt die Konfirmation nicht grundsätzlich aus. Die Regelungen, in den einzelnen Gemeinden damit umzugehen, sind aber verschieden. Unterschiedlich ist auch der Charakter der Jugendweihen, die von unterschiedlichen Veranstaltern angeboten werden.

Wer an einer Jugendweihe mit antikirchlicher Tendenz teilnimmt, wird sich hinterher nicht konfirmieren lassen.

11. Können Eltern ihr Kind konfirmieren lassen, wenn sie selbst nicht Kirchenmitglieder sind?

Ja, das ist möglich. Allerdings sollten sich die Eltern in dieser Frage einig sein. Vielleicht ist es in manchen Fällen sinnvoll, bis zur Religionsmündigkeit des Kindes (14. Lebensjahr) zu warten, weil das Kind dann selbst entscheiden kann.

12. Was soll man zur Konfirmation schenken?

Die Konfirmation ist ein besonderer Tag für die Jugendlichen. Daran wird sich auch das Geschenk orientieren. Eine alte Tradition ist es, Konfirmandinnen und Konfirmanden eine Bibel oder ein Gesangbuch zu schenken. Vielfach wird Bargeld zur Konfirmation verschenkt, damit sich die Jugendlichen später selbst einen Wunsch erfüllen können.

13. Können Nichtgetaufte am Konfirmandenunterricht in einer Gemeinde teilnehmen?

Ja. Die Teilnahme an Gemeindeveranstaltungen, also auch am Konfirmandenunterricht, ist offen für alle, egal ob getauft oder ungetauft.

14. Welche Rolle spielen die Taufpaten bei der Konfirmation?

Formal endet das Patenamt mit der Konfirmation. Praxis ist aber eher, dass der Pate oder die Patin den/die Jugendliche(n) auch über die Konfirmation hinaus begleitet und versucht, Orientierung für das Leben zu geben.

15. Welches ist die angemessene Konfirmationskleidung?

Eine jugendgemäße, festliche Kleidung ist angemessen. Die Kleiderfrage sollten Eltern und Jugendliche gemeinsam besprechen.

Wichtig ist, dass man mit den Konfirmationssachen weder ?over-? noch ?underdressed? ist.

16. Wo finde ich einen Konfirmationsspruch?

Konfirmationssprüche finden sich in der Bibel. Manche Pfarrerin/mancher Pfarrer stellt für die KonfirmandInnen eine Liste mit Sprüchen zusammen, aus denen man sich einen Spruch heraussuchen kann. Manche Jugendliche suchen selbst in der Bibel oder wählen Sprüche, die schon bei ihren Eltern, Großeltern oder Paten Konfirmationssprüche waren.

Weitere Anregungen: www.konfiweb.de

17. Muss nach einem Kirchenaustritt die Konfirmation wiederholt werden?

Nein, ein Austritt aus der Kirche macht die Konfirmation nicht rückgängig. Er entbindet von den kirchlichen Pflichten und schränkt die kirchlichen Mitgliedschaftsrechte ein. Die Konfirmation wird (wie die Taufe) bei einem Wiedereintritt in die Kirche nicht wiederholt.

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