„Über den Wolken . . . .“

Neulich habe ich im Urlaub an der polnischen Ostseeküste Paraglider beobachtet. Paragliding ist jene Trendsportart, bei der ein Mensch in einem komplizierten Konstrukt aus Seilen sitzend, sich mit einem schmalen Gleitschirm in die Lüfte erhebt. Er läuft über die Klippen der Steilküste und durch die Thermik der Aufwinde schwebt er auf einmal hoch über dem Meer dahin. Der alte Traum der Menschheit vom Fliegen - von Ikarus bis zum Schneider von Ulm - wird Realität!
Dies sieht imposant aus, aber lässt einem auch den Atem stocken. Wer diesen Sport treibt, muss ein enormes Zutrauen in die eigene Geschicklichkeit und die Gesetze der Natur haben. Beides ist bei mir nicht sonderlich ausgeprägt.
Auch Christi Himmelfahrt spielt „über den Wolken“. Ein barockes Votivbild in der österreichischen Abtei Melk zeigt zwei „Aufnahmen“. Auf dem linken Bild strebt Christus mit eng an den Körper angelegten Armen wie ein Skispringer gen Himmel, rechts schwebt er mit segnend weit ausgebreiteten Armen über den Wolken.
So hat Himmelfahrt zwei Botschaften. Jesus ist nun endgültig nicht mehr bei den Jüngern, irdisch verfügbar und greifbar als Manager all ihrer Sorgen. Aber er ist dennoch gegenwärtig durch seinen Segen, der tröstet und stärkt, auch wenn ihn die Jünger - im doppelten Wortsinn - nicht be-greifen können.
So dürfen wir Christi Himmelfahrt - den „Herrentag“ - durchaus fröhlich feiern.
Und der Geistesgegenwart des Pfingstfestes entgegenhoffen.
U. K.

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