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MAGDEBURG VOR DER ZERSTÖRUNG VON 1631 | (Jan van de Velde, 1593-1641) | Kulturhistorisches Museum Magdeburg

Gefängnisseelsorge


Seelsorge im Gefängnis - gibt es nicht Wichtigeres?

so fragt mancher auch im Blick auf die Zukunft unserer Kirche.  Müssen wir uns nicht konzentrieren auf unsere Kernaufgaben und dafür die Kräfte sammeln statt überall mitzumischen?
Sehr unterschiedlich sind die Reaktionen, wenn von Seelsorge im Gefängnis die Rede ist.

Worum geht es in der Gefängnisseelsorge?
Zuerst einmal darum, Menschen in einer besonderen Lebenslage zuzuhören. Das betrifft grundsätzlich alle, die dort leben und arbeiten - Gefangene wie Bedienstete. So wie jede größere Institution ihren eigenen "Geist" hat, trifft dies besonders für die Justiz und den Strafvollzug zu.
Dieser "Geist" ist hauptsächlich geprägt von der Schattenseite des menschlichen Lebens. Um so wichtiger ist es, die Möglichkeit zum Gespräch in einem gesetzlich geschützten Raum zu haben.
Gefängnisseelsorger sind die einzigen, die innerhalb der Justiz nicht zu Delikten Gefangener befragt werden können. Gleiches gilt für das, was Bedienstete im Gespräch äußern. Mancher hat dies schätzen gelernt. In der Seelsorge geht es auch um den Geist der Institution Gefängnis.

Zum zweiten geht es in der Gefängnisseelsorge um den Umgang mit Schuld. Das ist nicht immer einfach - gerade in einer Gesellschaft, die gerne alles in einen großen gesellschaftlichen Zusammenhang einordnen will und sich dabei häufig in Ausredenrhetorik verliert.
In der Seelsorge geht es um Schuld und Schuldverstrickung und schließlich um persönliche Verantwortung. 
Eine "abgesessene" Freiheitsstrafe kann dies nicht automatisch bewirken.Sie kann nur eine Grenze setzen. Eine neue Perspektive auf die eigene Verantwortung zu gewinnen, braucht es längere und härtere Arbeit an sich selbst. Seelsorge  kann dazu einen Beitrag leisten. Jesus hat uns nicht nur aufgetragen, Gefangene zu besuchen, sondern die Chancen der Vergebung, d.h. der Befreiung aus Schuldverstrickung wahrzunehmen.
Das ist oft ein langwieriger Prozess -zumal hinter Gefängnismauern - der meist nicht kurzfristige "Erfolge" bringt. Umso erfreulicher ist es, wenn jemand für sich einen grundsätzlich neuen Weg findet.

Die Magdeburger JVA hat einen gemischten Vollzug: Untersuchungshaft, Strafhaft mit geringeren Gefängnisstrafen und eine kleine Jugendabteilung. Evangelische und katholische Seelsorge haben für ihre Arbeit in der JVA einen größeren Raum, der  als Gesprächs-und Gottesdienstraum zur Verfügung steht. In diesem Raum finden etwa 35 Personen Platz.


Es gibt weiterhin einen "Haftarbeitskreis", der sich aus Ehrenamtlichen zusammen setzt.  Einmal im Monat bietet der Haftarbeitskreis unter einem bestimmten Thema ein Gespräch mit Gefangenen an.

Kontakt:

Ernst-Ulrich Affeld
Halberstädter Str. 8a
39112 Magdeburg

Tel: 0391 6063317

Fax: 01212 517653091

e-mail: u.affeld@hotmail.de

 

 

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